Innovative Ausstellungsform zum Berliner Stadjubiläum im EPHRAIM-PALAIS

Stadtmuseum Berlin stellt 775 „BERLINmacher“ als ein Netzwerk Roter
Fäden vor

[GTIV, 19.04.2012] Eine ungewöhnliche Darstellungsform für eine Ausstellung hat das Stadtmuseum Berlin gewählt, um zur Feier des 775. Jubiläums der Stadt exemplarisch 775 Persönlichkeiten mit Berlin-Bezug zu porträtieren. 700 heute lebende Menschen werden dabei in Kurzdarstellungen aufgeführt, während ausgewählte 75 historische Persönlichkeiten – z.T. Mit Hilfe von Exponaten – ausführlich vorgestellt werden.

Foto: Dirk Pinnow

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EPHRAIM-PALAIS mit innovativer Ausstellungsform zum Berliner Stadjubiläum

Anstatt aber die Geschichte Berlins am Beispiel dieser ausgewählten 75 verstorbenen Menschen streng chronologisch zu erzählen, hat man logische Bezüge über die Jahrhunderte aufgespürt, den Kontext des jeweiligen Wirkens erforscht, Rote Fäden durch die Zeit gesponnen, die sich schließlich zu einem dichten historischen Gewebe verdichten…

Foto: Dirk Pinnow

Foto: Dirk Pinnow

Dr. Franziska Nentwig (l.): Geschichte wird von Menschen gemacht!

Bei dem Vorbesichtigungstermin am 16. April 2012 hatte Dr. Franziska Nentwig, Generaldirektorin Stadtmuseum Berlin, eingangs deutlich gemacht, dass das Stadtmuseum natürlich um die Tatsache wisse, dass Berlin älter als die nun gefeierten 775 Jahre der urkundlichen Ersterwähnung der Schwesterstadt Cölln sei. Aber Geschichte werde eben von Menschen gemacht, deshalb habe man sich als Jubiläumsbeitrag für diese Ausstellung der „BERLINmacher“ entschieden. An ihnen sollten beispielhaft das wechselseitige Beziehungsgeflecht und historische Spuren durch die Zeiten erkennbar werden. Sie dankte den mehr als 80 Leihgebern für die rund 500 verwendeten Exponate.

Foto: Dirk Pinnow

Foto: Dirk Pinnow

Beispielhafte wechselseitige Beziehungsgeflechte und historische Spuren

Moritz von Dülmen, Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin GmbH, stellte die Ausstellung in den Kontext eines Spannungsfeldes zwischen den raren mittelalterlichen Resten und der durch die Zeit wandernden „Stadt der Vielfalt“. Zuwanderung habe immer wieder zu einem kulturellen Austausch geführt. Diese Ausstellung solle der Auftakt zur weiteren Beschäftigung mit den Themen „Mittelalter“ und „Vielfalt“ sein.

Foto: Dirk Pinnow

Foto: Dirk Pinnow

Assoziationen und Fragestellungen angesichts des angebotenen Netzwerks Roter Fäden ausdrücklich erwünscht…

Der Abteilungsdirektor Ausstellungen des Stadtmuseums Berlin, Prof. Dominik Bartmann, verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Besucher Fragen zur Auswahl der historischen Persönlichkeiten aufwerfen werden – warum etwa diese gewählt, jene aber ausgelassen wurde. Assoziationen und Fragestellungen angesichts des angebotenen Netzwerks Roter Fäden seien ausdrücklich erwünscht. Man habe im Rahmen des jeweiligen logischen Kontextes eine Art „Hauptperson“ ausgewählt und dieser dann drei assoziierte Persönlichkeiten zugeordnet. Das Ganze sei bewusst spielerisch aufgemacht. Die 75 historischen Persönlichkeiten seien aus rund 1.000 ausgewählt worden.
Zum Rahmenprogramm nahm Dr. Claudia Gemmeke, Abteilungsdirektorin Forum des Stadtmuseums Berlin, Stellung. Jeden Sonntag soll es demnach eine öffentliche Führung geben. Speziell für Schüler sei ein „Museums-Labor“ mit Workshops vorgesehen. Es gehe um die Frage nach der Identität der Stadt – dieser Fragestellung wolle man sich z.B. durch „Berlin-Gespräche“ sowie Lesungen widmen; geplant seien „BERLINmacher“-Salons.
Abschließend erläuterte Prof. Dr. Tobias Nettke von der HTW Berlin die Darstellung der 700 lebenden Personen mit Berlin-Bezug im 2. Stock. Die im Rahmen eines studentischen Projektes erstellten Porträts seien auf kleinen Würfeln aufgebracht – über die mit Fotos versehenen kurzen Stellungnahmen solle eine Brücke zu heute geschlagen werden, indirekt also zu sich selbst.

Foto: Dirk Pinnow

Foto: Dirk Pinnow

Darstellung von 700 heute lebenden Personen mit Berlin-Bezug im 2. Stock

„BERLINmacher 775 Porträts – ein Netzwerk“
Ausstellung bis 28.10.2012
EPHRAIM-PALAIS | Stadtmuseum Berlin
Poststraße 16 in 10179 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnertsg bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch von 12 bis 20 Uhr, 1. Mai / Chr. Himmelfahrt / Pfingsten von 10 bis 18 Uhr

Weitere Informationen zum Thema:

STIFTUNG STADTMUSEUM BERLIN
BERLINmacher 775 Porträts – ein Netzwerk

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