Kaufkraftspeicherung: Finanzielle Freiheit in der Finanzkrise nur durch Direkteigentum an Edelmetallen

Mittelständische Anleger sollten zur Vermögenssicherung generell mobile Realwerte erwerben

[GTIV, 13.10.2012] Offenbar gibt es auch im „armen Berlin“ noch immer Menschen, die etwas zu verlieren haben – Geld bzw. das, was viele noch immer als solches ansehen… Jedenfalls war der „BörsenTAG“, nach eigenem Verständnis „Die Anlegermesse“, am 13. Oktober 2012 im bcc Berlin am Alexanderplatz überraschend gut besucht – schließlich hätte man an diesem goldenen Herbsttag auch im Sonnenlicht einen entspannten Spaziergang machen können. Es tummelten sich Interessenten unterschiedlichster Generation und Gewandung in dem Messe- und Kongresszentrum, engagiert das Gespräch mit den Ausstellern suchend. Nicht wirklich verwunderlich, dass die deutliche Mehrheit der Aussteller noch immer die Vorzüge des bestehenden, auf ewiges Wachstum zielenden Wirtschafts- und Währungssystems propagiert und die Gier als Triebkraft der guten Rat suchenden Anleger kitzelt. Dennoch: Es gibt sie auch, die von Sorge um den Werterhalt ihres Vermögens bewegten Anleger – und diese Sorge könnte ja mit wachsender Erkenntnis um den Zustand des größten Ponzi-Schemas aller Zeiten zur schieren Angst ausarten.
Dietmar Wilberg als vom Informationsbüro Deutschland der Gold & Silber Kontor AG entsandter Referent widmete sich daher der „Vermögenssicherung in Edelmetallen“. Eingangs betonte er eben auch, dass diese Messe überwiegend „virtuelle Geschäften“ anbiete, während sein Fokus auf physischen Transaktionen liege, denn ähnlich wie die Erkenntnis „Nur Bares ist Wahres!“ beim Geld laute sein Motto „Nur Gewichtiges ist Richtiges!“ im Zusammenhang mit Edelmetallen. Er betonte, dass jeder Mensch zum Überleben in Krisenzeiten die „richtigen Fragen stellen“ müsse.

Foto: FINANZKANZLEI DIETMAR WILBERG, Berlin

Foto: FINANZKANZLEI DIETMAR WILBERG, Berlin

Dietmar Wilberg rät, Ziele zu erkennen, Wege zu finden und Kontinuität zu wahren.

Zur Unterfütterung dieser Empfehlung trug er eine witzige Geschichte vor, in der im Wald das Gerücht umgehe, dass der dort heimische Bär eine Todesliste aufgestellt habe.
Bedrückt machten sich der Reihe nach die Tiere, so der Hirsch und dann das Wildschwein etc., auf den schweren und gefährlichen Gang zum Bären, um sich Klarheit zu verschaffen. Jedes Mal erwidere der Bär auf die ängstlich vorgetragene Frage, ob das Gerücht der Wahrheit entspreche und der Fragesteller gar selbst darauf verzeichnet sei, mit einem fröhlich vorgetragenen „Ja“. Verängstigt mache sich jeder so mit der eigenen Endlichkeit konfrontierte Fragesteller auf den Heimweg – und werde dann regelmäßig Tage später gerissen und angefressen im Wald aufgefunden.
Eines Tages aber fasse sich der noch verbliebene Hase ein Herz. Am Ende seines Weges zum Bären und seiner Frage nach der Liste und seiner Berücksichtigung darauf bekomme auch er das gefürchtete „Ja“ zu hören. Darauf der Hase: „Und kannst du mich von dieser Liste streichen?“ Der Bär: „Ja!“

Dieser Witz und die Geschichte allgemein warnten uns, so Wilberg, dass sich von Menschen gemachter „Irrsinn“ im Prinzip zu wiederholen drohe, wenn man nicht den Ausstieg aus dem fatalen Kreislauf schaffe. Sodann konfrontierte er das Auditorium mit dem Istzustand der globalen Scheinwirtschaft – hierzu führte er eine Reihe unstrittiger Erkenntnisse und Tatsachen auf. Die Staatsverschuldung in den meisten Ländern der Welt habe heute eine Dimension angenommen, dass mit einer Tilgung nie mehr zu rechnen sei. In einer endlichen Welt sei ein endloses Wachstum einfach unmöglich, zudem seien die Märkte der Industriestaaten heute weitgehend gesättigt. Das weltweit generierte aufgeblähte Derivatevolumen sei vollends von der Realwirtschaft entkoppelt. Es komme zunehmend zu Verwerfungen der Realwirtschaft und der Infrastruktur wie auch zur wachsenden Umweltzerstörung. Die Leitwährungen US-Dollar und Euro erodierten. Staatsanleihen seien immer schwerer absetzbar. Ja, es komme zu einer „Entsorgung“ strukturierter Finanzprodukte über die Altersvorsorge.
Mit Belustigung vernahmen die Zuhörer das Zitat „Es gibt keine Krise des Euro“ – eine Äußerung des damaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“ noch im Mai 2011. Zudem erinnerte Wilberg an die Maastricht-Kriterien – so habe Griechenland schon im November 2010 ein Haushaltsdefizit von 9,4 Prozent der Wirtschaftsleistung (gegenüber drei erlaubten Prozent) und einen Schuldenstand von 133,2 Prozent der Wirtschaftsleistung (gegenüber 60 erlaubten Prozent) gehabt. Noch gälten Deutschland, Österreich, Finnland und die Niederlande als relativ stabil, die restlichen Euro-Länder seien längst in der Nehmer-Rolle. Der ESM, so Wilberg, drohe eine „Lizenz zur kollektiven Enteignung“ insbesondere Deutschlands zu werden. An das Publikum gewandt, betonte er: „Ihre Altersvorsorge ist längst verplant!“ Die deutsche Haftung für das Debakel der Euro-Zone drohe gar ein Billionen-Abenteuer zu werden.
Bemerkenswert sei vor diesen Hintergründen eine aktuelle Stellungnahme von Bundesbankpräsident Dr. Jens Weidmann, der sich mit Bezug auf Goethes „Faust“ kritisch zur Geldschöpfung geäußert und den wahren Wert von Gold betont habe. Auch zitierte Wilberg Aussagen Professor Thorsten Polleits, Chefökonom der Degussa Goldhandel GmbH, wonach das Papiergeldsystem versagt habe und das Geldmonopol systematisch für Krisen sorge. Selbst Alan Greenspan, von 1987 bis 2006 „Fed“-Vorsitzender, habe 1966 in seinem Artikel „Gold and Economic Freedom“ Gold als immer noch ultimatives Zahlungsmittel bezeichnet – „Fiat Money“ werde im Extremfall von niemandem akzeptiert! Da wundere es wenig, so Wilberg, dass China 2011 gegenüber 2010 seinen Goldankauf verdoppelt habe. Man dürfe auch nicht vergessen, dass die Mark in Deutschland bis zum Ersten Weltkrieg eine Golddeckung besessen habe – die Kriegsfinanzierung habe damals die Aufhebung erforderlich gemacht, sonst wäre der Krieg nicht erst nach vier Jahren, sondern wohl schon nach vier Wochen zu Ende gewesen.
Ihm gehe es vorrangig um Kaufkraftspeicherung, betonte Wilberg und stellte Silber als das wichtigste Geldmetall der Geschichte dar. Es sei mehr noch als Gold auch ein Industriemetall und werde verbraucht; es gebe kaum noch einen direkten Abbau – die Gewinnung erfolge eher indirekt über die Abfallverwertung beim der Kupfer- und Nickelabbau. US-Geologen hätten schon 2004 nur noch Vorkommen für ca. 14 Jahre prognostiziert; selbst bei verbesserter Technologie liege die sogenannte Ressourcenreichweite für Silber bei nur noch rund 30 Jahren. Er plädierte generell dafür, direktes Eigentum an Edelmetallen zu erwerben. Edelmetalle hätten sich seit Jahrtausenden als Tauschmittel und Wertspeicher – ohne Emittentenausfallrisiko – bewährt. Als Industriemetalle seien sie heute auch von strategischer Bedeutung und böten anders als Papierwerte dem Anleger schließlich finanzielle Freiheit.

Weitere Informationen zum Thema:

DEUTSCHE BUNDESBANK, 18.09.2012
Dr. Jens Weidmann Präsident der Deutschen Bundesbank / Begrüßungsrede anlässlich des 18. Kolloquiums des Instituts für bankhistorische Forschung (IBF) Papiergeld – Staatsfinanzierung – Inflation. Traf Goethe ein Kernproblem der Geldpolitik?

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