Trauer um Günter Spur: Vater der Fabrik der Zukunft wurde 84 Jahre alt

TUB-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach würdigt Lebenswerk des herausragenden und hoch anerkannten Wissenschaftlers und Hochschullehrers

[GTIV, 24.08.2013] Nach Angaben der Technischen Universität Berlin ist Professor em. Dr.-Ing. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr.-Ing. Günter Spur am 19. August 2013 im Alter von 84 Jahren verstorben. Er galt national und international als ein herausragender und hoch anerkannter Wissenschaftler und Hochschullehrer – acht Ehrendoktorwürden, eine Ehrenprofessur und zahlreiche Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien zeugten laut TU Berlin davon.
Von 1966 bis 1997 leitete Professor Spur das Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der TU Berlin. Von seiner Gründung 1986 bis 1997 führte er auch das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik. Über Jahrzehnte wirkte er maßgeblich in den Produktionswissenschaften auf nationaler und internationaler Ebene. Das Zusammenspiel von grundlegender Forschung und industrieller Anwendung war ihm stets ein besonderes Anliegen. Fast 300 Promotionen und weit mehr als 1.300 Diplomarbeiten habe er betreut.
Viele der Promovierten sind heute ebenfalls Universitäts-Professoren im In- und Ausland – damit sei eine Generation von produktionstechnischen Wissenschaftlern gegründet und der Grundstein für eine aus der TU Berlin erwachsene „Berliner Schule“ der Produktionstechnik gelegt worden.
Professor Spur war Mitglied im Vorstand der acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Für seine Verdienste um die Produktionswissenschaft wurde er unter anderem mit der „Helmholtz-Medaille“ und der Ehrenmitgliedschaft der Technischen Universität Berlin sowie der Ehrenmitgliedschaft der Fraunhofer-Gesellschaft ausgezeichnet. Im Zeitraum von 1991 bis 1996 war er der Gründungsrektor der TU Cottbus, der späteren Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Bis zu letzt engagierte er sich auch im Verwaltungsrat der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin.
Mit Günter Spur verliere man einen hoch angesehenen und sehr engagierten Wissenschaftler, Hochschullehrer und Kollegen. Bis zuletzt sei er fast täglich am Institut gewesen und habe mit großem Engagement an wissenschaftlichen Fragestellungen gearbeitet. Diese reichten weit über die Grenzen der Produktionstechnik hinaus. Als akademischer Lehrer habe er viele Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung nachhaltig geprägt.
Günter Spur habe mit seinem wissenschaftlichen Wirken maßgeblich die Entwicklung der Produktionstechnik zu einem eigenen Wissenschaftsgebiet gefördert. Mit ihm verliere man einen Freund, der sich bis zuletzt auch um die Belange der Hochschulentwicklung engagiert und immer wieder neue Projekte und Publikationen initiiert habe, sagt TU-Präsident Prof.
Dr.-Ing. Jörg Steinbach.

© TU Berlin/Pressestelle/Dahl

© TU Berlin/Pressestelle/Dahl

Günter Spur: Am 19. August 2013 im Alter von 84 Jahren verstorben

Dankbares Gedenken der GTIV-Gründer an Themenabend „Wachstum durch nnovation“ mit Professor Spur

Vor gut zehn Jahren – im Januar 2003 – tagte das „Collegium der Tafelrunde“ (ein Clubprojekt im frühen Umfeld der GTIV-Gründung) im Produktionstechnischen Zentrum Berlin mit Professor Günter Spur als Sprecher des Abends, der unter dem Motto „Wachstum durch Innovation“ stand.
Nach einem Sektempfang im Foyer, im Angesicht von Werkzeugmaschinen aus vergangenen Tagen, begaben wir uns in einen Hörsaal. Für nicht wenige Gäste war es eine Art Déjà-vu-Erlebnis, in den Bankreihen als Hörer Platz zu nehmen. Professor Spur bot uns einen ausführlichen, dabei kurzweiligen, humorvoll und dennoch entschieden gehaltenen Vortrag über die Notwendigkeit von Innovationen als Basis wirtschaftlichen Wachstums in Deutschland. Dem Vorlesungsblock schloss sich eine Besichtigung der Roboterhalle an und wurde von einem Innovations-Essen an einer Festtafel inmitten der Prüfstände gekrönt. Dieser Abend gehört zu den Höhepunkten dieses Veranstaltungsformats und wird in bleibend guter und dankbarer Erinnerung bleiben. (Die GTIV.de-Red.)

Weitere Informationen zum Thema:

TU berlin
Prof. Günter Spur

Collegium der Tafelrunde
Januar 2003 – Die Innovative Tafelrunde im PTZ Berlin

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