Das Virtuelle Kalb tanzt

Besinnung auf reale Werte als Krisenreaktion

[GTIV, 20.03.2008] Die globaliserte Wirtschaftswelt lädt zum ultimativen Tanzvergnügen: Träge und bequem geworden lässt die zinsgierige Menschheit ständig wachsende, ungedeckte Geldmengen um den Globus kreisen. Pflegte man im Altertum noch den legendären „Tanz um das Goldene Kalb“ bei vollem eigenen Körpereinsatz, gibt man sich heute berauscht und untergangsbereit dem Symbol einer Illusion eines Versprechens hin – was sonst ist denn das aus dem Nichts geschöpfte Scheingeld?
Geld sei in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, genau wie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe auch, sehr wohl nötig, um Werte zu schaffen – es sei und bleibe aber eben ein Mittel zum Zweck und kein eigenes Produkt von bleibendem Wert, so GTIV-Präsident Dirk Pinnow. Die deflationäre oder inflationäre Beeinträchtigung des Geldwertes sei vergleichbar einer Verdickung bzw. Streckung von Schmierstoffen für Maschinen – und daher schädlich für den Betrieb.
Der Glücksspielcharakter der Finanzwelt gerade in diesen Tagen berge ungeheure Gefahren, werde doch ein kollabierendes Giralgeldsystem auch reale Werte schädigen, gar Wertschöpfungsquellen und Existenzen zerstören. Wachsende Obdachlosigkeit selbst noch berufstätiger Angehöriger der US-Mittelklasse, aber auch die Gängelung, Ausbeutung und Verdrängung des Mittelstands in Deutschland seien alarmierende Zeichen an der Wand!
Eine Refokussierung des allgemeinen Werteverständnisses sei dringender denn je: Auf wahre Vermögen wie Innovationsgeist und Kreativität sowie Lebenserfahrung und Verantwortungsgefühl! Um diesen nachhaltigen Werten Entfaltungsmöglichkeiten zu geben, bedürfe es durchaus der Absicherung der Wertschöpfungspotenziale in den Unternehmen und in der gesamten Gesellschaft durch physisches Geld – dazu gehörten auch die im Just-in-Time-Zeitalter sehr raren materiellen Ressourcen für die industrielle Produktion und handwerkliches Schaffen.
Pinnow: „Wenn schon tanzende Kälber, dann bitte real existierende goldene!“ Und das Gold – oder auch andere Edelmetalle – nehme man dann allein als das, was es fern einer Selbstzweckverliebtheit oder pseudoreligiösen Überhöhung sei: Ein Wertspeicher für Krisenzeiten, der auch in Zukunft hilft, Wissen und Können nutzbringend einzusetzen.

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